Reisefakten
Trekking Typ: Camping Trek
Trekking Grad: ▲▲▲▲ (?)
Maximale Höhe: 6400 m
Beste Saison: am Stück Februar bis Juli,
bei Teilabschnitten Mitte September bis Mitte Dezember und Februar bis Mai
Der Great Himalaya Trail
Ein Trail durch das höchste Gebirge der Welt.
Die „Große Mutter aller Trekkingrouten“ erstreckt sich über 4500 Kilometer und führt durch sechs asiatische Länder – Pakistan, Tibet, Indien, Nepal, Bhutan und Myanmar.
Am westlichsten Punkt der Route liegt der deutsche Schicksalsberg Nanga Parbat. Von Pakistan geht es nach Indien, wo der Trail entlang der Heiligen Wasser des Ganges führt und sich anschließend durch die gesamte Länge Nepals schlängelt. Weiter durch Sikkim,über Bhutan nach Arunachal Pradesh in Indien und Myanmar, bis er schließlich in Namche Barwa in Tibet endet.
In den letzten zwei Jahren hat sich der Brite Robin Boustead auf den Weg gemacht und die Strecke vorwiegend in Nepal, aber auch in Indien und Bhutan erkundet. „Für mich ist dieser Trek eine tolle Herausforderung, denn er bringt Wanderer an Orte, die noch ziemlich unerschlossen sind“, so Boustead. „In Bhutan habe ich das ultimative Trekken kennengelernt. Die Landschaft ist traumhaft. Was die Logistik betrifft, kann das kleine Königreich noch einiges von den Nepalesen lernen.“
Boustead ist nicht der Erste, der sich mit dem Great Himalaya Trail (GHT) befasst hat. Die Geschichte des Treks geht bis ins frühe 17. Jahrhundert zurück, als der portugiesische Missionar Antonio Andrade das Himalaja-Gebirge von Indien bis ganz in den Westen Tibets überquerte. Seither haben eine Handvoll Entdecker ihr Abenteuer im Himalaja gesucht, jedoch begann die Kommerzialisierung des Trekkings erst 1965, als der Engländer Jimmy Roberts die ersten Wandergruppen nach Nepal brachte. Seit dieser Zeit ist im Himalaja viel passiert und die beliebtesten Trekkingrouten sind mit guten Wegen und beinahe luxuriösen Gästehäusern ausgestattet. „Derzeit besuchen 95 Prozent der 120 000 Trekker, die jährlich nach Nepal kommen, die Annapurna-, Langtang- und Everest-Regionen, nur 6200 Touristen stoßen in andere Gebiete vor“, bemerkt die Tourismusberaterin, Lisa Choegyal. Wer jedoch auf ein kleines Abenteuer aus ist, der sollte die anderen Teile des GHTs erkunden.
Der Great Himalaya Trail hat für jeden etwas, da er durch relativ unerforschte Regionen und durch populäre Trekkinggebiete führt“, erklärt Boustead. Außerdem kann man verschiedene Routen wählen und diejenigen, die nicht so hoch hinaus wollen und mehr an den Kulturen des Landes interessiert sind, werden gerade an niedrigeren Gebieten Freude haben. Die erste Expedition gelang im Jahr 1980 dem Inder Harish Kohli, der mit einem Team Soldaten den Himalaja überquerte. 1981 machte sich Sir Edmund Hillarys Sohn Peter mit Graeme Dingle auf den Weg. Sie starteten ihren Trek im Osten in der Kangchendzönga-Region und trekkten bis an die indisch-pakistanische Grenze. Die Amerikanerin Arlene Blum wanderte 1981 gemeinsam mit Hugh Swift in neun Monaten von Bhutan nach Ladakh in Indien, und 1986 versuchte sich auch ein deutsches Ehepaar an der Route. Dietlinde und Hermann Warth marschierten am nepalesischen Himalaja entlang. Wenn man ihrem Buch „Der lange Abschied– 2000 Kilometer zu Fuß durch Nepal“, Rosenheimer Verlag, 1987, glauben darf, haben sie 18 Paar Schuhe durchgelaufen.
Boustead war allerdings der Erste, dem es möglich war, die gesamte Strecke durch Nepal an einem Stück zu durchwandern. Aufgrund der politischen Unruhen, die das Land zwischen 1996 und 2006 heimsuchten, waren viele Gebiete für Touristen nicht zugänglich. Als die nepalesische Regierung 2002 die bis dahin gesperrten Gebiete für Touristen öffnete, begann Boustead seine Planung für den GHT. Insgesamt fünf Jahre verbrachte er damit, Routen zu bestimmen und Logistik zu organisieren. „Ich hatte ja keine Ahnung, wie viel Interesse der Trek auf sich ziehen würde. Die Entwicklung des Treks hat das Potenzial, das Leben von Tausenden von Menschen zu ändern. Nicht nur, weil es Entwicklung in entlegene Gebiete bringt, sondern weil der Himalaja die wichtigste Wasserquelle für Nordindien, Pakistan und Bangladeschist.“ 2008 und 2009 verbrachte er mit seinem Sherpa und Freund Pemba 162 Tage damit, die 1600 Kilometer des Treks in Nepal zu erkunden. Dabei kamen sie in Gegenden, in denen wohl noch nie ein Tourist einen Fuß gesetzt hat. Internationale Organisationen sind dabei, die Wege zu verbessern, Schulungen für die lokale Bevölkerung anzubieten und sicherzustellen, dass die Entwicklung in den Trekkinggebieten insgesamt nachhaltig geschieht. „Wer sich am GHT beteiligt, wird Teil einer positiven Entwicklung sein“, meint Boustead.
Die Haupttrekkinggebiete von Ost nach West setzen sich so zusammen:
Kangchendzönga, Makalu, Everest und Rolwaling, Langtang und Helambu, Manaslu und Annapurna, Dolpo und Rara-Lake-Umrundung. Wer den gesamten Trek im Boustead-Stil machen will, muss durch ein paar sehr einsame Gebiete, die drei der sieben Sektionen verbinden. Der Sanku Link, der ca. 10 Tage dauert und für den man vollen Support benötigt, verbindet beispielsweise die Kangchendzönga- mit der Makalu-Region. Sanku ist sehr abgelegen und die freundlichen Bewohner der kleinen Dörfer freuen sich, Touristen zu sehen.
Wer von Langtang in die Manaslu-Region will, muss die Ganesh-Route bewältigen. Dieser Trek dauert sieben Tage und ist genauso wie der Sanku-Trek nur mit Support-Truppe möglich. Die Region wird vorwiegend von Tamangs bewohnt. „Die Tamangs in der Ganesh-Region sind ständig am Feste feiern. Ein Fest, das in Nepal gewöhnlich nur einen Tag lang gefeiert wird, kann dort eine ganze Woche dauern“, erzählt Boustead.
Das dritte Verbindungsstück ist der „Far West Link“, er könnte als eines der herausforderndsten Teilstücke des GHT angesehen werden. Er dauert ca. 26 Tage und führt über drei hohe Pässe. „Hier muss man an vier aufeinanderfolgenden Tagen jeweils 3000 Meter auf- und absteigen. Die Pässe führen an der chinesischen Grenze entlang, wo 1991 das ‚Schneeleopard Projekt‘ eingeführt wurde“, erklärt Boustead.
Das Hauptziel der „Mutter aller Trekkingrouten“ ist, Tourismus in die Gebiete zu bringen, die momentan noch weniger von Besuchern frequentiert werden. (Text: Billi Bierling)
Der Große Himalaya Trail ist eine vorgeschlagene Route von mehr als 4500 km Streckenlänge entlang der Greater Himalaya Range, dem Großen Himalaya Gebirgsmassiv, vom Nanga Parbat in Pakistan bis zum Namche Barwa in Tibet. Sie führt durch Pakistan, Indien, Nepal, Bhutan und Tibet in China. Nach seiner Fertigstellung wird es der längste und höchste alpine Trekkingweg in der Welt sein. Bis zum Juli 2010 sind nur die Abschnitte Nepal und Bhutan erwandert und ordentlich dokumentiert worden. Die Abschnitte in den anderen Länder werden immer noch erforscht. Im Gegensatz zu vielen anderen Wanderwegen ist der Große Himalaya Trail ein Netz bestehender Wander- und Handelswege und es wurde keine neue Wegführung ins Auge gefasst.
Geschichte
Bei der Entstehung dieser Trekkingstrecke entlang der Greater Himalaya Range wurde anfangs der Eintritt zu einigen Regionen durch Zugangsbeschränkungen in bestimmten Gebieten in Nepal, Tibet und Bhutan ausgeschlossen und erforderliche Umwege über die Berge weg von der Greater Himalaya Range erschlossen. Mit der Zeit wurden diese Zugangsbeschränkungen gelockert oder aufgehoben und im Jahr 2002 war es mit wenigen Einschränkungen in den Grenzgebieten von Nepal erstmals möglich,den kompletten Trek in Nepal zu gehen.
Viele Expeditionen haben große Entfernungen durch den Himalaya zurückgelegt:
- 1981 Peter Hillary (Sohn von Sir Edmund), Chhewang Tashi und Graeme Dingle wanderten von Sikkim bis in den Karakorum.
- 1981-82 Hugh Swift und Arlene Blum absolvierten eine Neun-Monats-Traverse von Bhutan nach Ladakh in Indien.
- 1983 die englischen Brüder Richard und Adrian Crane durchquerten den Himalaya vom Kangchenjunga bis zum Nanga Parbat in weniger als 100 Tagen. Die Strecke erforderte eine große Abweichung von der Großen Himalaya Range, um die Grenze Nepal-Indien zu überqueren.
- 1990 Sorrell Wilby und Chris Ciantar unternahmen eine Traversierung von Pakistan nach Arunachal Pradesh.
- 1997 Alexandre Poussin und Sylvain Tesson erwanderten eine 5000 km lange Strecke von Bhutan nach Tadschikistan.
- 2003 Rosie Swale-Pope trekkt die Länge von Nepal entlang in der Mitte der Berge und am Great Himalaya Range mit einem Support-Team. Sie brauchten für die schätzungsweise 1700 km 68 Tage, sammelten damit Geld für den Nepal Trust.
- 2007 Dr. Gillian Holdsworth wandert mit seinem Führer Sonam Sherpa längs durch Nepal, um Geld für die Britain Nepal Medical Trust zu sammeln.
- 2008-09 Die nepalesische Great Himalaya Trail Route wurde erstmals komplett abgewandert, durch 2 volle Saisons. Das Team wurde geführt von Robin Boustead. Vorausgegangen waren 5 Jahre mit dem Erforschen der Trecks. Die Wanderung dauerte insgesamt 162 Tage und ist in einem Buch mit dem gleichen Titel dokumentiert.
- 2011 Justin Lichter und Shawn Forry versuchen zum Zeitpunkt des Schreibens gerade den Treck “8000 m Ost nach 8000 m West“, vom Kangchenjunga zum Nanga Parbat.
Abschnitte
Bhutan
Das Trekking in Bhutan ist staatlich organisiert in "offiziellen" Routen, die Sie kombinieren können, um das Land komplett zu durchqueren. Robin Boustead fasst die Route wie folgt zusammen: "Nach der Ankunft in Paro wandern Sie weiter nach Shana, zum Drugyal Dzong und zum Beginn des Jhomolhari Trecks. Weiter überqueren Sie den Nyele Pass, folgen dann dem Ghasa Hot Springs Trail nach Thanza und ab hier dem berühmten Snowman Treck. Von den hohen Seen steigen Sie hinunter nach Ungar an der Gankar Punsum Route, bevor Sie dem Rhodang La Trek nach Trashi Yangtse im Osten folgen. Diese Route dauert etwa 40 Tage, je nach Fitness."
Nepal
Bis zum September 2010 haben nur Robin Boustead und seine Begleiter Pema Sherpa Tsiring, Lakpa Sherpa und Karma Sherpa die volle Strecke abgewandert, die jedes Gebirge in Nepal vom Kangchenjunga bis zum Api Peak verbindet und niemand ging einen ähnlichen Weg bisher an einem Stück. Die obere Great Himalaya Trail Route führt von Ost nach West durch die etablierten Trekking Gebiete Kangchenjunga nach Makalu Barun, Solukhumbu, Rolwaling Himal, Helambu, Langtang, Ganesh Himal, Manaslu, Annapurna, Dolpa, Rara Lake und Humla zum Abschluss an die Grenze zu Tibet in Hilsa.
(wikipedia)
folgt demnächst
auch in Teilabschnitten in sehr abgelegenen und von Touristen nicht besuchten Regionen Nepals möglich
Reisekosten 157 Tage Camping Trek im Dezember 2011 für 2012
ca. 15.000 Euro



